Coroner statt Wegschauen

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Antragsteller: Peter Asemann

Antrag:

Totenscheine sollen in Zukunft wie in den USA nur noch von speziell ausgebildeten Personen, sogenannten Coronern, ausgestellt werden können. Coroner sollen entweder Gerichtsmediziner oder Personen sein, die eine dafür noch zu entwickelnde Ausbildung genossen haben.

Begründung:

In Deutschland ist es üblich, dass jeder Arzt einen Totenschein ausstellen kann. Diese Praxis hat mehrere Nachteile:

Die Folge davon ist, dass nach Schätzungen ca. 50% der in Totenscheinen eingetragenen Todesursachen falsch sind [1]. Das bedeutet, die ca. 50€, die für die Ausstellung des Totenscheins berechnet werden, sind komplett rausgeschmissenes Geld, denn bei ca. 50% Fehlerquote ist die durch die Totenschein-Pflicht ermittelte Statistik komplett wertlos.

Zudem birgt die Tatsache, dass Totenscheine durch unerfahrene, oft befangene Ärzte ausgestellt werden, die erhebliche Gefahr, dass Tötungsdelikte unentdeckt bleiben. Die Skandale rund um Todesengel in Kliniken und Altenheimen hat gezeigt, dass alte Menschen aufgrund der aktuellen Praxis der unzureichenden Untersuchung von Todesfällen skrupellosen Mördern schutzlos ausgeliefert sind und dass Ärzte dazu neigen, den Tod von Personen, die vorher krank waren, nicht zu untersuchen, sondern die naheliegendste natürliche Todesursache anzunehmen.

Würde, wie z.B. in skandinavischen Ländern, besser untersucht und auch häufiger eine Obduktion angeordnet, wären diese Mordserien so nicht möglich.

Die Kosten einer Obduktion sind im Verhältnis zu einer Beerdigung nicht besonders hoch. Angesichts des zu schützenden Rechtsgutes, des Rechts auf Leben, dürfen die Kosten auch nicht der entscheidende Faktor sein. Zudem böte die Möglichkeit, statt Gerichtsmedizinern, die ein volles Medizinstudium und eine Facharztausbildung absolviert haben und die entsprechend gut bezahlt werden wollen, Coroner, also nur für die Entdeckung von Todesursachen ausgebildete Spezialisten einzusetzen, eine Möglichkeit, eine bessere Ermittlung von Todesursachen und damit einen bessern Schutz besonders älterer Menschen zu realisieren, ohne die Kosten explodieren zu lassen.

Die aktuelle Praxis der Totenscheinausstellung ist sinnlos und ineffizient und sollte dringend durch eine Praxis ersetzt werden, die eine brauchbare Statistik als Ergebnis hat und auch ältere Menschen effektiv vor Gewaltverbrechen schützt.

MV BeKo LaKo BuKo
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BeKo 09.06.2007 in Erlangen

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