Erhaltung der Nutzbarkeit des Erdorbits

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Antragsteller: Thilo Bauer, Adrian Engeländer

Antrag:

Die Jungen Liberalen fordern die Schaffung einer wirksamen internationalen Regelung zur Lösung des Problems der Vermüllung des Erdorbits, insbesondere der kommerziell und wissenschaftlich besonders wichtigen und begehrten Umlaufbahnen. Diese Forderung umfasst das Anlegen einer frei (nicht zwingend kostenlos) zugänglichen Datenbank über die Bewegungen und Positionen von Schrottteilen und aktiven Trabanten, klare und verbindliche Richtlinien zur künftigen Vermeidung von Weltraumschrott und zur fairen Nutzung des Erdorbits für staatliche und private Unternehmungen, sowie ein grundsätzliches Testverbot für Antisatellitenwaffen und Killersatelliten.

Begründung:

Aus physikalischen und technischen Gründen ist nicht jede beliebige Position um Orbit um die Erde für Satelliten, Missionen oder Raumstationen geeignet. Insbesondere der LEO (low earth orbit) in 200 - 3000 km Höhe und der GEO (geosynchronous earth orbit) in ca. 36000 km Höhe sind für Wissenschaft und Technik unersetzlich. In Ermangelung klarer Regelungen und den scheinbar endlosen Weiten des Weltraumes, sind diese Umlaufbahnen in den Jahrzehnten der Raumfahrt leichtfertig, bisweilen fahrlässig und unnötigerweise mit alten Raktenteilen, ausgedienten Satelliten und sonstigen Teilen von Raumfahrzeugen vermüllt worden. Da sich diese Teile in unterschiedlichen Richtungen mit zueinander hohen Geschwindigkeiten bewegen, besteht immer die Gefahr der Zerstörung von intakten Installationen im Weltraum. Um dem Problem zu begegnen, wurden von der IADC [1] Friedhoforbits definiert, in die ausgediente Satelliten verbracht werden sollen. Diese Regelung ist allerdings nicht verbindlich, sondern ein good-will-agreement. Da der Weltraum ein Gut darstellt, dessen Nutzung und Nutzbarkeit der gesamten Menschheit zusteht, ist die derzeitige Praxis nicht haltbar, weil sie zum Schaden aller Menschen und nachfolgender Generationen die mittlerweile unentbehrlichen Umlaufbahnen für Kommunikations- und Forschungsatelliten unbrauchbar macht. Mit immer höherer Dichte an Satelliten und Schrottteilen steigt die Gefahr von Kollisionen, wodurch die Anzahl an Schrott und damit neuer Kollisionen vervielfacht wird. Eine Regelung auf internationaler Ebene, die alle raumfahrenden Nationen umfasst, ist daher angezeigt, nicht zuletzt, weil einmal in den Weltraum verbrachte Geräte nur unter höchstem Aufwand und höchsten Kosten, falls überhaupt, wieder entsorgt werden können. An ein Aufräumen der verschmutzten Orbits ist daher nicht zu denken. Tests von Antisatellitenwaffen sind grundsätzlich zu verbieten, weil sie sowohl in der Anzahl der produzierten Schrotteilchen, als auch in ihrer Sinnlosigkeit überproportional sind. Die Zerstörung des chinesichen Satelliten Fengyun-1C während eines solchen Tests im Jahre 2007 hat z.B. die Anzahl der gefährlichen Schrottteile im begehrten erdnahen Orbit (LEO) um 25 % erhöht.

Zur Problematik ein Beispiel: http://www.tagesschau.de/ausland/issschrott100.html


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MV 01.08.2010

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