Kurs- und Trimesterbasierte Schule

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Der Inhalt dieses Antrags wurde im Antrag "Bildungsinitiative 2009" aufgegriffen und beschlossen


Der Kongress möge beschliessen:

Die Organisation aller Schulen soll von einem Klassen- auf ein Kurs-basiertes und von einem im Jahreszyklus auf ein im Drittel-Jahres-Zyklus organisiertes System umgestellt werden. Einzig im Sportunterricht bleibt der Trimester-Klassen-Verband die ganze Schulzeit über erhalten.

Das bedeutet:

Vor der endgültigen Einführung der Kurs- und Semesterbasierten Schule in ganz Bayern soll die Schulform in verschiedenen Schul-Stufen (Primar, Sekundarstufe I&II) versuchsweise an mehreren Standorten mehrere Jahre lang erprobt und evaluiert werden.

Begründung:

Das deutsche Schulsystem arbeitet schlecht. Berichte von Hauptschülern der achten Klasse, die keinen Dreisatz können, sind nicht selten.

Verschiedene, aufgrund ihrer Finanzierbarkeit oder der Stärke des Eingriffs in das Leben der Schüler problematische Konzepte - wie frühkindliche Förderung und Ganztagsschule - werden naiverweise als Allheilmittel gehandelt.

Doch die Tatsache, dass jeder junge Mensch in den verschiedenen Fächern unterschiedlich begabt und unterschiedlich lernfähig ist, lässt sich auch durch intensive Förderung und Ganztages-Pädagogik nicht negieren. Auch mit Intensiv-Ganztagesberieselung kann man individuelle Grenzen der Aufnahmefähigkeit nicht außer Kraft setzen, auch wenn der Irrglaube, Lernerfolge per "Viel hilft viel" erzwingen zu können, verlockend erscheinen mag.

Das Grundproblem des aktuellen Schulsystems ist folgendes: Es gibt zwar in Form der Notengebung ein funktionierendes Mittel zur Beurteilung des Leistungsstandes jedes Schülers in jedem Fach, doch als Mittel zur Anpassung des Stoff-Niveaus an das individuelle Leistungsvermögen der Schüler nur das viel zu grobe Mittel der Nicht-Versetzung bei zu geringer Leistung bzw., für Hochbegabte, des Klasse-Überspringens. Das Problem dabei ist, dass der Schüler dabei 1) in allen Fächern zugliech und 2) um ein ganzes Jahr(!) umgestuft wird. Das führt unweigerlich zu einer massiven Unterforderung des "Sitzengebliebenen" in vielen Fächern, mit entsprechenden psychologischen Folgen, die einer positiven Entwicklung der weiteren Schulkarriere nicht förderlich sind, bzw. bei einem Klassen-Überspringer möglicherweise zu einer Überforderung in vielen Fächern, weswegen das Überspringen von Klassen nur sehr selten riskiert wird. Doch ebensowenig, die die Rückstufung um ein Jahr sinnvoll ist, ist es sinnvoll, ein überfordertes, in einem Fach abgehängtes Kind in eine höhere Klasse zu versetzen, wo es noch überforderter sein und den Stoff niemals aufholen können wird, oder ein hochbegabtes Kind mehr und mehr unterfordert sein zu lassen.

Der einzige Ausweg ist darum die vorgeschlagene Trimester- und Kursbasierte Schule.

Schon der Schulanfang ist in dieser Schulform besser: Sobald ein Kind schulfähig wird, kann es nach maximal vier, durchschnittlich zwei Monaten eingeschult werden. Es wird nicht durchschnittlich ein halbes Jahr Lebenszeit mit dem Warten auf die Einschulung verschwendet.

Anschließend ist aufgrund der Tatsache, dass alle Fächer/Kurse in jedem Trimester neu angeboten werden, die Anpassung des Stoff-Niveaus jedes Kurses an das Leistungsniveau des Schülers sehr einfach durch normale Versetzung, Höher- oder Rückstufung möglich. Dadurch, dass die Rück- oder Hochstufung den Schüler nur um wenige Lernwochen im Lernstoff versetzt, wird die Wahrscheinlichkeit einer Unterforderung bei Rückstufung oder einer Überforderung bei Höherstufung drastisch reduziert. Das praktisch nicht anwendbare Mittel der Nicht-Versetzung wird durch ein sinnvoll anwendbares Mittel zur Lernstoff-Anpassung ersetzt. Dadurch, dass die Schüler im Sportunterricht mit ihren Trimester-Kollegen über die ganze Schulzeit hinweg zusammenbleiben, wird ein "virtueller Trimesterverband" erhalten - auch wenn mehrere Schüler in mehreren Kurse umgestuft werden sollten.

Die Kurs- und Trimester-basierte Schule

Aufgrund dieser Vorteile ist die Kurs- und Trimesterbasierte Schule zu evaluieren und, sollte sie sich in der Praxis bewähren, Bayern-weit einzuführen.


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MV 01.08.2010: redaktioneller Vermerk: dieser Antrag ist im Antrag Bildungsinitiative 2009 aufgegriffen worden

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