Schul-Debatte
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Hier will ich eine Debatte über das Schul-System vom Zaun brechen...
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Dreigliedrige Schule vs. Gemeinschaftsschule (Gesamtschule?)
Die dreigliedrige Schule, wird behauptet, selektiert die Kinder zu früh. Manche Kinder werden auf die Hauptschule "abgeschoben", die Eltern versuchen sonstwas, ihre Kinder aufs Gymnasium zu bekommen.
Die Frage ist für mich, ob und wenn ja wann man tatsächlich eine Voraussage über die End-Leistungsfähigkeit eines Schülers treffen kann. Angeblich werden die Bildungschancen ja durch das Elternhaus bestimmt; Eltern, die Akademiker sind und viel vorlesen etc. bereiten die Kinder besser auf die Schule vor als Eltern, die kein Buch haben.
Vor diesem Hintergrund bezweifle ich, dass die Differenzierung nach der sechsten Klasse besser ist als nach der vierten Klassen, es sei denn, hinreichen langes Zusammensperren von Schülern führt irgendwann zu einer Niveauanpassung.
Die Theorie ist ja, dass die guten Schüler die weniger guten irgendwie auf ihre Niveau ziehen. Ich verstehe aber nicht, wie das funktionieren soll; schließlich sollen gleichzeitig die Hochbegabten gefördert werden, die bekanntlich auch verhaltensauffällig werden, wenn sie ständig unterfordert werden.
Ich finde, das "Hochziehen" der schlechten Schüler in sechs Jahren Schule und das "fördern" der Hochbegabten passt nicht zusammen. Die Unterschiede von den Voraussetzungen vom Elternhaus her und in der Intelligenz kann man nicht sechs Jahre lang unterdrücken und ignorieren. Intelligenzbolzen aus einem guten Elternhaus können in sechs Jahren einfach wesentlich mehr leisten als weniger schlaue Kinder aus schlechten Verhältnissen. Warum sollte man die Leistungsfähigeren behindern?
Darum halte ich die sechsjährige Grundschule für gefährlichen Blödsinn ;-)
Semester-basierte Schule?
Als Alternative kann ich mir eine semester-basierte Schule vorstellen. Sie soll wie eine Uni organisiert sein. Die verschiedenen Fächer werden in verschiedenen Niveaustufen angeboten (in der Grundschule Semester Mathe / Deutsch 1 bis Deutsch 8, mehrere verschiedene Stufen von Musik, Gemeinschaftskunde, Technik etc.). Wer gut genug ist kommt eine Niveau-Stufe weiter, wer nicht gut genug ist, eben nicht, wie in der Uni. Das bedeutet, dass Kinder nicht komplett "sitzenbleiben" müssen, wenn sie etwas nicht können, sondern ggf. nur in einem Fach, in dem sie eine Schwäche haben. Besonders begabte Schüler können die Stufen schneller durchlaufen.
Auf diese Weise wird sowohl das gefürchtete "Sitzenbleiben" abgeschafft, als auch die Förderung von begabten Schülern ermöglicht.
Es wird zwar immer behauptet, dass die zarte Psyche von Kindern unbedingt einen über Jahre hinweg stabilen Klassenverband erfordert; ich glaube das aber nicht, denn z.B. im Kindergarten ändern sich die Gruppen auch ständig.
Schulsystem vs. Lehrpläne
Ich finde die Ideen von Peter - besonders die Idee der semesterbasierten Schule sinnvoll. Allerdings würde ich dabei auch auf eine Neufassung der Lehrpläne wert legen. Die derzeitigen Lehrpläne sind zum größten Teil veraltet und müssten entstaubt werden. Wenn man ein System einer "semesterbasierten" Schule möchte, muss man auch ein gewisse Grundniveau in den Schulen fordern. Ein allgemeiner Wissensstand muss im schlechtesten Kurs gewahrt bleiben. Ich würde allerdings die Abstufung nicht in 8 Schritten, sonder in 3 Schritten vollziehen. Im Niveau 1 wird dann nach einem (neubarbeiteten) gymnasialen Lehrplan und im Niveau 3 nach einem hauptschulischen Lehrplan unterrichtet. Eine weitere Abstufung halte ich für zu aufwändig. Weiterhin würde ich das Benotungssystem neben der jetztigen zeitgebundenden (also auf den Tag der Prüfung fixierten) Bewertung mit einem fortschrittsgebundenen Bewertungssystem verbinden. "Schlechte" Schüler machen ja durchaus in Teilbereichen Fortschritte, die aber im derzeitigen Notensystem nicht berücksichtigt werden. So könnte man auch spezielle Stärken und Schwächen des jeweiligen Schülers besser feststellen und dann eine Einordnung in ein semesterbasiertes Schulsystem vornehmen. --Christian Wolff 16:07, 9. Mai 2007 (CEST)
Sprachkompetenzen
Auch wenn es die Forderung so ähnlich schonmal gab, halte ich es für sinnvoll, eine Art Einschulungstest bereits im Kindergarten / Vorschule durchzuführen. Dies erleichtert den folgenden Unterricht erheblich. Außerdem scheint es so zu sein, dass junge Kinder (unter dem Schulpflichtigen Alter) Sprachen erheblich leichter lernen. Dies ermöglicht dann auch schon einen spielerischen Umgang mit Englisch, Französisch und Spanisch - ohne die Kinder zu überlasten. Viele fremdsprachige Kinder lernen die Sprache des jeweiligen Wohnlandes ja auch erst im Kindergarten durch ein Zusammenkommen mit den jeweiligen Muttersprachlern. Ein Einschulungstest sollte übrigens nicht an die Herkunft gebunden sein, sondern jeden angehenden Schüler betreffen. Wie der Einschulungstest ausgestaltet ist, kann noch vertieft diskutiert werden.
Ganztagsschule
Ich halte ein Schulsystem im ganztägigen Rahmen für sinnvoll. Die Dauer sollte etwa bis 16 oder 18 Uhr gehen und muss natürlich nicht die ganze Zeit mit "Frontalunterricht" o.ä. gefüllt werden. Es ist meines Erachtens jedoch sinnvoll, ein ganzheitliches Lernen unter der Betreuung der dafür ausgebildeten Lehrer ganztägig zu ermöglichen. --Christian Wolff 16:07, 9. Mai 2007 (CEST)
Lehrerausbildung
Die Lehrerausbildung für das neue Schulsystem sollte nicht mehr an den Universitäten, sondern an eigenen Lehrerakademien stattfinden. Dies führt dazu, dass dort der pädagogische Aspekt mehr als bisher üblich betont wird und der Umgang mit Schule und Schulklassen in angeschlossenen Schulen praktisch erlernt werden kann. Weiterhin sollte der Lehrberuf eine gleichmäßige Bezahlung (von mir aus auch im Beamtenstatus) erhalten, wobei nicht mehr zwischen den verschiedenen Schularten unterschieden werden soll. Außerdem sollten auch Lehrer einem Auswahltest unterliegen. Es kann nicht sein, dass jeder, der nicht genau weiß, was er studieren soll, dann "halt mal Lehramt" macht. Lehrer sind mit die wichtigsten Berufsvertreter in einer Gesellschaft und sollten dementsprechen auch ausgebildet, bezahlt und ausgewählt werden. --Christian Wolff 16:07, 9. Mai 2007 (CEST)
Bundestaatlichkeit vs. Landeshoheit
Die Vielfalt der Schularten und -systeme zwischen den Bundesländern sollte abgeschafft und durch eine bundeseinheitliche Lösung verbessert werden. So könnten dann einmal die Schwierigkeiten der Lernfortschritte beim Umzug in ein anderes Bundesland verringert und die Unterschiede in der Erhebung der Abschlüsse vermieden werden. Wenn es ein Zentralabi wie in Bayern auch bundesweit von einer bundesweiten Schulbehörde gestellt gäbe, würden sich die Differenzen in Zukunft gering halten. --Christian Wolff 16:07, 9. Mai 2007 (CEST)